Second Life, Blogs, Räumliche Planung – Pecha Kucha – Ein Resümee

 

Tja, meine Tage in SL sind wohl (vorerst) gezählt. Wann (und ob?) ich mich das nächste Mal im zweiten Leben blicken lassen werde, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Es hängt wohl davon ab wie die zukünftige Entwicklung dieser Plattform aussehen wird. Wenn aber meine Visionen (vgl. letzter Blogeintrag) zumindest teilweise wahr werden, bleibe ich SL weiterhin erhalten.

Diese Welt war zu Anfang eine sehr interessante, verlor für mich jedoch mehr und mehr an Attraktivität. So war es spannend und notwendig sich auch mit weitergehenden, zum Teil auch theoretischen, Fragen auseinander zusetzen (Simulacrum, Medientheorie etc.). Denn die reine Erkundung von Second Life war für den Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit nicht genug. Die Stadtplanung, bzw. der Studiengang der Raum- und Umweltplanung, kam mir dabei leider etwas zu kurz.

Dennoch habe ich gelernt einen eigenen Blog zu erstellen und zu verwalten, um meine Erfahrungen allen Interessenten zugänglich machen zu können. So konnte sich jeder der wollte egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit über meine Ergebnisse informieren. Also war es möglich und auch interessant nachzuvollziehen welche Erkenntnisse andere gesammelt hatten. Zudem war es eine wichtige Erfahrung auch mal die schon selbstverständliche Internetwelt etwas tiefgehender kennenzulernen und sich darüber Gedanken zu machen welche Möglichkeiten das World Wide Web heute und in Zukunft für seine Benutzer bereithält.

Die innovative Präsentationsform, Pecha Kucha (vgl. pechakuchanight.de) genannt, war meiner Ansicht nach eine Bereicherung. Sie erfordert eine gezielte Vorbereitung auf den jeweiligen Vortrag. Langes herumsuchen in Vortragsnotizen ist hierbei nicht möglich. Durch die ausschließliche Verwendung von Bildern lässt sich dem Ganzen wesentlich einfacher ein gewisser Charme, eine eigene Note und nach Wunsch auch Witz verleihen. Ergo: Der oder die Zuhörer sind aufmerksamer bei der Sache. Schon allein weil sie auf das nächste Bild gespannt sind. Wenn es das Päsentationsthema zulässt ist diese Form des Vortrags in jedem Falle weiterzuempfehlen.

Auf bald!

Euer G.Lowey

Von Web 2.0 zu Web 3d? – Aber sicher!!! – Visionen der Zukunft

Erstmal: Hallo!

Second Life, so wie es sich jetzt präsentiert, ist bloß der Anfang zu Web 3d.

Es wird in den nächsten Jahren wohl ein stete Weiterentwicklung des „dreidimensionalen Angebots“, und das natürlich nicht nur in SL, im Internet geben. Aus Sicht der Stadtplanung könnten User gemeinsam 3d-Stadtmodelle durchlaufen. Dies wäre zum Beispiel bei Beteiligungsverfahren von Interesse. Ein kundiger Führer bzw. Stadtplaner erklärt dann den Interessenten beim gemeinsamen Rundgang die wesentlichen Aspekte und kann, gekoppelt mit einer erweiterten und ausgereifteren Sprachverarbeitung, direkt auf Fragen und Anregungen der Teilnehmer eingehen. Es könnten, geleitet durch einen Moderator, Diskussionen rund um das jeweilige Thema, in Second Life oder einer ähnlichen Plattform entstehen.

Auch die Einbindung von Handy und TV in das World Wide Web wird wohl weiter voranschreiten. So könnten User sich über ihr internetfähiges Handy direkt in Second Life einloggen.

Der Begriff des Fernstudiums oder E-Learnings wird in seiner Ausgestaltung ein anderer sein. Frei nach dem Motto „Second Life statt Uni“ wird es Vorträge mit entsprechender Visualisierung in SL geben. Beispiele etwa im Bereich des Städtebaus könnten dann vom Dozenten und dem Plenum gemeinsam „besichtigt“ werden. Auch Fragen und Diskussionen werden der Vorlesung via Internet möglich sein. Eine Art von Exkursion mit Führung könnte dann virtuell in den Bereichen von Second Life stattfinden, in denen die reale Welt 1:1 abgebildet wird.

Aber birgt diese 3d Welt im Internet nicht auch Gefahren? Was ist mit der digitalen Spaltung? In welcher Form wird es sie in Zukunft noch geben und wie macht sich diese bemerkbar? Werden die erweiterten Funktionen ohne weiteres jedem zugänglich sein? Wie wird die Benutzerfreundlichkeit aussehen? Wird die Komplexität wesentlich erhöht werden?

Somit bleiben noch einige Fragen offen, die es zu klären gilt, bevor die Vision in die Realität umgesetzt werden kann.

Als dann…

Euer G. Lowey

 

 

„Second Life“ – Fiktion oder Wirklichkeit?

 

Nach meinem nun mehrwöchigem Aufenthalt in dieser Welt ist die Antwort ganz klar: Second Life ist eine zweite Wirklichkeit neben dem Real Life.

Warum? Second Life ist in großen Teilen eigenständig und kein Abbild der Realität. Sicher findet man in Second Life auch originalgetreue Nachbildungen von Bauwerken, die in der echten Welt bereits existieren, in großen Teilen lassen Gestalter hier jedoch ihrer Phantasie freien Lauf. Es gibt viele Dinge, die es im Real Life nicht gibt. Aber diese Welt existiert, wenn auch nur im Internet, und ist erlebbar, also nicht fiktiv.

Somit lässt sich SL als „Trugbild das keines mehr ist“ bezeichnen. Dieses Zitat geht aus Jean Baudrillards 1976 veröffentlichten Buch „Der symbolische Tausch und der Tod“ hervor. Dieses sogenannte „Simulacrum“ ist ein wichtiger Begriff in zeitgenössischen Virtualitätstheorien. Ursprünglich aus dem Lateinischen bedeutet es Abbild, Götterbild. Laut Baudrillard verschwimmen bei einem modernen Simulacrum die Grenzen zwischen Original und Kopie, zwischen Urbild und Abbild, zwischen Realität und Imagination. Er nennt dies die Ununterscheidbarkeit zwischen Wirklichkeit und Nicht-Wirklichkeit. Baudrillards vor über 30 Jahren getätigten Aussagen lassen sich somit direkt mit SL in Verbindung bringen.

Nach dem Medientheoretiker (mehr zur Medientheorie: http://de.wikipedia.org/wiki/Medientheorie oder http://lexikon.meyers.de/meyers/Medientheorie) Vilem Flusser geht es nicht darum originalgetreue Abbilder zu erschaffen, sondern neue Welten zu erschließen. SL kann als eine solche Welt angesehen werden. Des weiteren schreibt er: „Bis wir in einer Pluralität von Welten leben werden, von denen keine konkreter oder weniger konkret als die andere sein wird, angesichts deren die Unterscheidung von Wirklichkeit und Fiktion keinen Sinn mehr haben wird.“

Second Life ist scheinbar nur der Anfang zur Entstehung dieser Pluralität von Welten. Der technische Fortschritt und die daraus resultierenden Möglichkeiten lassen sicherlich wilde Spekulationen zu, wohin die Reise in Zukunft gehen wird.

Wir werden es ja sehen…

Euer G.Lowey

 

 

„Extase auf Calli Island“ oder „Der Kommunikations-Supergau“

Guten Tag.

Ich habe mich vor einiger Zeit ja schon einmal mit dem Thema Kommunikation in Second Life auseinandergesetzt und möchte dies nun fortführen. Doch zunächst ein Rückblick auf das kürzlich Geschehene.

Der vielen aus Presse Funk und Fernsehen, vor allem aus seiner Zeit beim Fußball Bundesligisten Bayer 05 Leverkusen oder als „Big Boss“, sicherlich bekannte Reiner Calmund ist ja nicht die einzige berühmte Persönlichkeit, die sich in Second Life herumtreibt. Doch ist dieser Mann ist ein Spezialist darin, das mediale Interesse auf sich zulenken. So hat er eine Firma beauftragt ihm eine eigene Insel namens „Calli Island“ zu gestalten. Dies machte er dann auch kurzer Hand in den Sendungen von zwei der bekanntesten TV-Moderatoren Deutschlands, Günther Jauch und Stefan Raab, publik, was in Windeseile zu einem regelrechten Hype um Calli und seine Insel führte. So stieg die Mitgliederzahl in der Gruppe „Calli & Friends“ rasant an.

Als ich mich zufällig während und kurz nach einem der Fernsehauftritte auf seiner Insel aufhielt, kam es zum im Titel genannten „Kommunikations-Supergau“. In kurzer Zeit befanden sich so viele User auf der Insel, so dass diese fasst aus allen Nähten platzte und keine Neuankömmlinge mehr aufnehmen konnte. Schon jetzt waren Unterhaltungen kaum möglich, da sich einfach zu viele Menschen auf demselben Fleck befanden. Doch als Reiner Calmund mit seinem Avatar diesen Ort betrat nahm das Unheil seinen Lauf. Alle liefen auf ihn zu und bombardierten ihn mit Fragen oder Äußerungen. Mitarbeiter von Calli, sogenannte „Callis Angles“ baten die Meute verzweifelt auf Distanz zu bleiben und Reiner Calmund nicht „zuzuspamen“. Natürlich vergebens. Wer von Calli eine Antwort auf seine Frage bekam hatte pures Glück. So ging das Ganze noch einige Zeit weiter, während man sich wegen der Massen nur noch ruckartig fortbewegen konnte.

 

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Der Hype um Reiner „Calli“ Calmund

 

 

Dieses Ereignis war der Ursprung für folgende Überlegungen:

Wie ist eine geregelte Kommunikation mit mehreren User in Second Life zu gewährleisten?

Zum einen scheint es sinnvoll zu sein mit den Diskussions- oder Gesprächsteilnehmern Mitglied in einer eigenen Gruppe zu sein. So ist es den Usern möglich durch eine Instant Massage alle anderen Gruppenmitglieder gleichzeitig anzusprechen. Dies hat zudem den Vorteil, dass Nicht-Mitglieder keinen Einfluss auf das Gespräch nehmen können, wie dies bei einem normalen Chat der Fall wäre. Des weiteren ist eine Gruppen-IM unabhängig vom derzeitigen Aufenthaltsort der User. Einzige Voraussetzung ist, dass diese online sind. Dies stellt sicherlich auch ein Problem dar, da man sich somit zunächst verabreden muss -sei es im 1st oder 2nd Life-, um zur gleichen Zeit online zu sein. Einen weiteren negativen Faktor ergibt die Anzahl der Gesprächsteilnehmer. Je mehr, desto schwieriger eine geordnete Diskussion. Hier wäre vielleicht ein Moderator sinnig. Er könnte, von der Gruppe bestimmt, die Diskussion leiten, indem er beispielsweise die Themen vorgibt, einzelnen Teilnehmern das Wort erteilt oder ihre Gesprächszeiten überwacht. Zuvor einheitliche Diskussionsregeln aufzustellen, die vom Moderator überwacht werden, wäre sinnvoll. Auch könnte der Moderator bei jeder neuen Diskussionsrunde wechseln, um jedem Mitglied die Möglichkeit zur Diskussionsleitung zu geben.

Generell steht und fällt die Diskussion mit der Anzahl und dem Verhalten der Teilnehmer. 100 User, die nicht auf die Regeln achten, machen eine Diskussion unmöglich.

Einiges erleichtern würde hierbei sicherlich die Einbindung von Sprache in Second Life. Dies soll wohl in näherer Zukunft geschehen. Wie das ganze dann aussehen wird und zu was es letztendlich führt bleibt abzuwarten. Bis jetzt scheint es nur eine „text to speech“ Funktion zu geben, die den eingegebenen Text in eine mehr oder weniger charmante Computerstimme umwandelt.

Abschließend bleibt zu sagen, dass diese Überlegungen einem Test bedürfen, um meine Aussagen und Ideen überprüfen zu können.

 

Auf bald…

 

Euer G.Lowey

 

 

„Second Life“ – eine … oder sogar zwei besondere Welten ?

Hallo Leute!

 

Heute nutze ich die Gelegenheit ein paar zwiespältige Gedanken und Erfahrungen über „Second Life“ zu äußern.

Die „Second Life“ Welt scheint in mehreren Belangen in sich zweigeteilt zu sein. Den einen scheint es hier nicht realistisch genug zuzugehen. Sie streben ein eins-zu-eins Abbild der „echten“ Welt an, verhalten sich entsprechend und bilden reale Orte nach. Anderen wiederum geht es umgekehrt. Sie flüchten sich in Fantasiewelten. Hierzu habe ich den fiktiven, aus  George Lucas´ „Star Wars“ bekannten, Planeten Naboo besucht. Hier ist beispielsweise das Tragen von Jeans und T-Shirt untersagt und nur  „Star Wars“ typische Kleidung gestattet. Wer dies nicht beachtet kann von diesem Ort gebannt werden.

 

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Star Wars Fans in Second Life

 

Dabei wird auch ein weiterer Unterschied zwischen Usern in „Second Life“ deutlich. Landbesitzer und Nicht-Landbesitzer. Wer Land besitzt kann nach seinem Empfinden Dinge auf seinem Grundstück erstellen, tun, verbieten, unmöglich machen oder auch andere einfach entfernen. So darf man hier und dort kein Auto benutzen oder Schusswaffen tragen. Landbesitzer können andern den Zugang zu ihrem Bereich ganz verwähren. Der Erwerb von Land ist nur mit sogenannten „Linden Dollars“ möglich, die entweder mit echtem Geld gekauft oder auf verschiedenste Weisen in „Second Life“ verdient werden können. Hierbei bezahlen sich User gegenseitig. Somit gibt es wiederum zwei Gruppen: Wohlhabendere und weniger wohlhabendere User.

 

Aus diesen Erfahrungen ergeben sich meiner Meinung nach drei grundliegende (es gibt sicherlich mehr) Unterschiede zu sogenannten „Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspielen“ wie „World Of Warcraft“: Der Kreativität sind in Second Life keine Grenzen gesetzt. Ein Grossteil der Welt ist von den Usern selbst erstellt. Die Entwickler selbst leisten hier nur einen geringen Anteil zum Wachsen der „Second Life“ Welt. Des weiteren ist der Besitz und das Verwalten von Land eine Besonderheit in Second Life und in MMOR scheinbar nicht üblich. Auch wird in „Second Life“ kein definiertes Ziel, wie zum Beispiel das bestehen eines bestimmten Abenteuers, angestrebt. Somit kann man „Second Life“ als kein, bzw. kein typisches MMOR bezeichnen.

 

Allerdings ergeben sich aus diesen Unterschieden erst die Potentiale des „Spiels“:

Ich als Stadtplaner könnte zum Beispiel eine virtuelle Zweigstelle meines Planungsbüros einrichten. Mit einem selbsterstellten, repräsentativen Gebäude und bezahlten Mitarbeitern in der virtuellen Welt. Diese könnte ich z.B. zu Werbe- und Präsentationszwecken nutzen.

 

Aber da gibt´s bestimmt noch mehr Möglichkeiten, oder………..?

 

Euer G.Lowey

Erste Schritte in einer neuen Welt

Seit meinem Einstieg in „Second Life“, der nun etwas mehr als eine Woche her ist, habe ich eine Menge Dinge erlebt. Ich weiß gar nicht wo ich beginnen soll. Am besten am Anfang: 

Zu Beginn fand ich mich an einem Ort namens „Tutorial Island“ wieder, welcher einen recht einfachen Einstieg in „Seconkommunikation1.jpgd Life“ und seine Grundfunktionen ermöglichte. Fortbewegung und die Nutzung der sonstigen Grundfunktionen waren leicht zu erlernen. Sofort wurde ich von einem anderen Bewohner dieser Welt angesprochen, der mir seine Hilfe anbot. Die Kommunikation, in englischer Sprache, über ein Chat-Fenster stellte sich als relativ einfach dar. Als sich jedoch mehrere Personen an unserem Gespräch beteiligen wollten, begann das Gespräch schnell unübersichtlich zu werden. Zwar ist es möglich sich den Verlauf des Gesprächs anzeigen zu lassen, sowie sich mit einer Person privat über eine sogenannte „Instant Massage“ alla ICQ, MSN usw. zu unterhalten, dennoch scheint bei mehreren Gesprächspartnern die Übersichtlichkeit deutlich zu leiden. Somit ist mein erster Eindruck dieser Dienste für einen Smalltalk mit mehreren Benutzern bzw. einem Gespräch mit einem Nutzer gut, eine geordnete Diskussion mit einer größeren Anzahl von Leuten scheint jedoch schwierig zu sein.

Somit sind diese auch aus meiner beruflichen Sicht weniger geeignet, um beispielsweise in komplexen Problemstellungen, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten oder geordnete Diskussionen zu führen.

Vielleicht werde ich ja demnächst auf Möglichkeiten stoßen, die Kommunikation in „Second Life“ zu effektivieren.

 

Seid gespannt, so wie ich es bin…

 

Euer G.Lowey

Willkommen!!!

Hallo Welt,

dies ist der erste Beitrag in Gibmer Loweys Blog.

Meine Wenigkeit, Gibmer Lowey, wurde am 25.04.2007 in Second Life geboren. Ich bin meinseszeichens Stadt- bzw. Raumplaner und habe mir zur Aufgabe gestellt diese unbekannte Welt zu erforschen.

In meinem Blog werdet ihr alles Wissenswerte rund um meine Erfahrungen in dieser virtuellen Welt nachlesen können. Unter besonderer Beobachtung stehen hierbei Aspekte, in denen sich Second Life mit Räumlicher Planung in Verbindung bringen lassen und umgekehrt.

So stay tuned…

Euer G.Lowey